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Blog

Zum Thema Nachhilfe & Nachhilfe-Vermittlung

Deep Learning - wie Künstliche Maschinenintelligenz in einem Wimpernschlag Menschenpädagogik abhängt

Deep Learning als Provokation einer überfälligen Reform der Pädagogik

Das MIT (Cambridge Massachusetts Institute of Technology) veröffentlichte kürzlich einen ausführlicheren Artikel zu neuen Entwicklungen, Problemstellungen und Erkenntnissen im Bereich KI (Künstliche Intelligenz, engl.: AI, Artificial Intelligence). Es wird berichtet über den erfolgreichen Versuch ein selbstfahrendes Auto mit sogenannter Deep Learning Technologie auszurüsten statt es, wie bei derzeit auf den Markt kommenden selbstfahrenden Autos von Google oder Tesla üblich, mit Algorithmen und Methoden zu steuern, die von den Programmierern genau vorgegeben werden. Das bedeutet, dass ein Auto, das "herkömmliche" KI nutzt, vor einer Ampel auf einen Algoritmus zurückgreift, die speziell für diese Situation vorgesehen wurde. Die voraussehbare Situation "Ampel" wurde vorher von den Programmierern und zusammen mit tausenden von anderen Fällen in die Autosoftware integriert und arbeitet beim Erkennen einer Ampel und beim Steuern des Autos vor einer Ampel gemäß den gewünschten Maßgaben, die von menschlichen Programmierern hineinprogrammiert werden. 
   "Deep Learning" funktioniert etwas anders und geht einen revolutionären Schritt weiter: 
Die Programmierer versuchen nicht mehr jede mögliche Situation, in die ein Auto kommen könnte, vorherzusehen und ein Rezept dafür zur Verfügung zu stellen. Es wird im Gegenteil der künstlichen Intelligenz zugetraut, was auch nach 100 Jahren Bildungsreformen kaum noch in staatliche Bildungseinrichtungen vorgedrungen ist: der Künstlichen Intelligenz wird zugetraut, durch Beobachtung und selbständiges Lernen erfolgreich eigene Methoden zu entwickeln, die das Auto und die sich darin befindenden Passagiere sicher durch den Straßenverkehr bringt. 
   Diese sicherlich sehr starke Vereinfachung provozierte bei mir nach dem Lesen des Artikels u.a. auch den Gedanken, wie anachronistisch die Großzahl der heutigen Bildungsansätze sind, und wie hilflos, planlos und ahnungslos Bildungspolitiker sein müssen, wenn Autos bereits fortschrittlicher lernen als mit menschlicher Kreativität und menschlichem Bewußtsein begabte Schüler und Schülerinnen. 
   Deep Learning repräsentiert einen Ansatz in der Wissenschaft der Künstlichen Intelligenz, welcher der Maschine ermöglicht aufgrund von Beobachtung und Nachahmung, und evtl. Ausprobieren, eigene Methoden (eigenen Code) zu entwickeln, welcher dann in einer tieferen Schicht (deep) wiederum Grundlage für eine Verfeinerung des Codes einer weiteren tieferen Schicht entwickelt. Absichtlich sehr vereinfacht ausgedrückt programmiert sich der Bordcomputer selbst, indem er mit einem Werkzeug ausgerüstet wird, daß ihn zur Selbständigkeit befähigt, dann auf die Straße geschickt wird, dort durch Beobachtung Erfahrungen sammelt und daraus Code entwickelt, der Code entwickelt, der Code entwickelt, der Code entwickelt, usw. usw. - bis in Sekundenbruchteilen(!) Methoden entwickelt wurden, die funktionieren und aufgrund deren sich das Auto selbst steuern kann. 
   Deep Learning wird schon etwas länger im Bereich der automatischen Texterkennung, aber auch in anderen Bereichen verwendet und findet in diesen Monaten auch erstmals Anwendung in Suchmaschinen und Medizin(!) wo Deep Learning KI bereits erfolgreich, schnell und effektiv Krankheiten aufgrund von Patientendaten diagnostiziert, bevor ein Arzt sich an die Krankenakte setzen kann. Diese neuen Technologien und die defacto Entwicklung der Schüleralltagswelt mit Computern und Smartphones, Internetverfügbarkeit und kurzlebiger Konsumgesellschaft lachen laut über einen altertümlichen Frontalunterricht nach "Bankiers-Methode" (Paulo Freire), bei dem die Vermittlung von mehr oder weniger fertigen Methoden und Daten im Vordergrund stehen und die Menschen vor allem zu funktionierenden Elementen in einem konsumgesteuerten Apparat erzogen werden. Deep Learning erschüttert ein Paradigma, das bisher noch beinahe unangetastet die Souveranität des Menschen über die Maschine postuliert, wenn es um Spezialistenwissen und Spezialistenfähigkeiten geht.
  Man muß sich das nur mal eine Sekunde bei ruhigem und klarem Verstand zu Gemüte führen: Künstliche Intelligenz ist bereits dabei Methoden und Wissen hervorzubringen, welche das menschliche Verständnis überschreitenen, während in den Schulen noch Konzepte herrschen, welche aus vorindustrieller Zeit stammen.
   Und genau da liegt eine gewaltige Herausforderung selbst für die Programmierer, die Deep Learning Systeme entwickeln: denn die durch die künstliche Intelligenz entwickelten Methden sind so komplex und aufwändig, das der Versuch herauszufinden, warum und durch welche Algorithmen das Auto verwendete um erfolgreich durch den Verkehr zu manövrieren, vergebens sind. Das Auto, der medizinische Computer, die Suchmaschine, autarke Drohnensoftware und militärische Bedrohungs- und Präventivanalysetechnologie kann und wird Entscheidungen treffen, deren Nachvollziehbarkeit außerhalb unseres Verständnisses liegt, was Komplexität und auch die Geschwindigkeit der Erkenntnisse und Entscheidungen angeht. (Was geschieht, wenn zwei oder mehrere Militärintelligenzen aufgrund der umfassenden Datenmengen in Sekundenbruchteilen militärische Entscheidungen treffen müssen, bevor die KI des Feindes eine Entscheidung trifft, und der Mensch in diesen Entscheidungsprozessen eine gefährliche Bremse als langsamstes dümmstes Glied der Entscheidungskette desautorisiert wird?) 
   Und während Skynet bereits in den Babywindeln liegt, kämpft die Großzahl der jungen Schüler und Schülerinnen noch mit Vokabeln, Periodenlisten und Geschichtsdaten und wird kaum darin gefördert, was problemformulierend wichtiger wäre: selbständiges und kreatives Denken. Und vor allem: das zu entdecken und zu entwickeln, was uns angesichts dieser technologischen Erdbeben auf uns zurückwirft und uns fragt:
   Was ist ein Mensch? Wer bin ich? Und was will ich?

(D. Lepold für NHV24.com, 17.04.2017)

go Zum Artikel im MIT Tech Review (in englischer Sprache)
04/17/2017 19:58

Nachhilfe in Politischer Bildung

Die ernüchternde Rolle der Presse als Sprachrohr von politischer Korrektheit und die Chance, darin etwas zu lernen: selbständiges Denken als Resultat der unterscheidenden Klärung von Beobachtung und Denken.

If you want to know about governments, all you need to know is two words: Governments lie. (I.F. Stone, anerkannter investigativer Journalist und Schriftsteller (1907-1989)) 

Frei übersetzt ist nach dem respektierten Journalisten I. F. Stone das erste, was wir über Regierungen wissen müssen, wenn wir etwas über sie wissen wollen, in nur zwei Worten einfach klargestellt: Regierungen lügen.

Jede Regierung beginnt mit Wahlversprechen. Und die werden beinahe programmatisch nicht gehalten oder gerade nur so weit umgesetzt, dass die Resultate eher legislatives Schönreden genannt werden könnten, denn eigenartigerweise scheinen die Interessen und Möglichkeiten der Regierenden sich im Moment der Machtergreifung weitreichend zu ändern.

Sachzwänge, systemische Strukturen, aber auch Machterhalt, interne Machtkämpfe und nicht zuletzt psychologische und ethische Stärken und Schwächen der Regierenden sind Gründe für den immer fühlbaren Schwenk vom Gegenwind der Opposition zum Tanz nach dem Wind für die gewählten Repräsentanten des Volkes. 

Angebliche Fakten, Nachrichten, Aussagen und "Taten" von Politikern werden von unseren (?) Medien wiedergegeben und verbreitet. Wir machen uns eine Meinung. Oder wird unsere Meinung gemacht? 

Das Zeitalter des Internet hat eine neue, teilweise weniger formale Form von Recherche und Nachrichten hervorgebracht, die Opposition der alternativen online Medien, die der Regierung der traditionallen Massenmedien häufig kritisch entgegenstehen oder diese wenigstens ergänzen. Gleich wie fehlerhaft, naiv, technisch unterbemittelt oder formal unzureichend diese neue Ansätze und Unternehmungen zu sein scheinen. 

So wie die traditionellen Medien sich (angeblich) einst als kritisches Auge der Regierungen sahen und einen demokratischen Gegenpol bildeten, so ist in Laufe der letzten Jahre ein Gegenpol zu eben dieser etablierten Massenmedienlandschaft entstanden, die sich mittlerweile allzuhäufig als Sprachrohr politischer oder wirtschaftlicher Machterhaltsinteressen hergibt statt ihrer harmonisierenden Ausgleichsfunktion nachzukommen. 

Das Aufkommen der alternativen Medien ist nicht nur ein Ausdruck einer neuen virtuellen Kultur des sozialen Netzwirkens, sondern auch ein Ausdruck des Verlangens und Vermögens selbst zu denken und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Das Internet bemächtigt die Einzelnen sich selbst zu informieren und auch: selbst zu berichten oder zu urteilen, und dabei gesehen, gelesen, gehört, wahrgenommen und vielleicht gemocht zu werden. Diese Gewinne und Prozesse sind hoffentlich unumkehrbar.

Dass nun aber dem Einzelnen die technischen und kritischen Fertigkeiten fehlen, entweder kritisch und klug, Informationen zu verarbeiten und/oder diese anderen in sinnvoller und ethisch verantwortlich zu teilen, das wird einmal mehr Aufgabe der Erzieher, Eltern, Schulen und natürlich der Medien und letztlich der Regierungen.

Die absolut zentrale Unterscheidung zwischen Wahrnehmung und Urteilsbildung ist die entscheidende Fähigkeit zum Ergreifen einer selbständigen Kritik- und Handlungsfähigkeit.

Dies lässt sich in jeder Art von Unterricht, speziell und natürlicherweise in naturwissenschaftlicher Ausbildung fördern: nämlich, das zu unterscheiden, was als perspektivisches Faktum in unserem Bewusstsein auftritt und dem, welchen Zusammenhang und Wert wir ihm geben.
   Dies führt auf ganz einfache Weise ohne weitere Anstrengung und ohne darüber weitere bildungspolitische Forderungen formulieren zu müssen zu dem, was angesichts der technologischen Veränderungen nur gefordert aber selten selbst geleistet wird: eine Förderung der Medienkompetenz.

Eigentlich ist die Übung der Unterscheidung von Wahrnehmung und Beurteilung eine effektive Meditation und fördert die Friedfertigkeit (das ist die Fähigkeit zum Frieden), die vielen Medien und Politikern heute zu fehlen scheint. Etwas Nachhilfe dahingehend könnte vielleicht ganz unmerklich und ohne spezielle Ambitionen ausgerechnet von denen kommen, die im Nachhilfeunterricht die neben Handwerks- und Wissensvermittlung manchmal zunächst nebulös verwirrte Fakten von Fehlurteilen trennen und zum klärenden Selbstdenken anleiten müssen: den LehrerInnen, Nachhilfelehrern und Nachhilfelehrerinnen.  

Nur wer zwischen einer Aussage und der Interpretation der Aussage kritisch beobachtend unterscheiden kann, kann sich freimachen von vorschnellen Schlussfolgerungen und dem Raunen des Gemeinen. 

Und vielleicht ist die "repräsentative Medienlandschaft" genauso anachronistisch wie die "repräsentative Demokratie", wenn die Freiheit und die Würde des Menschen gebieten direkt zu sein. 

Denn der einzige Punkt, an dem wir die Bedeutung einer Information erfassen und zur Handlungsgrundlage machen können ist: unsere Auffassung selbst zu regieren. 

D. Lepold, 15.03.17


03/15/2017 05:36

Nachhilfe in Sachen Gleichheit und Freiheit

Die Schulgeldfreiheit fördert die Gleichheit in der Schulausbildung. Das ist ein großer Fortschritt; jedoch gibt es Zahlen, die zeigen, dass es besonders für einkommenschwache Familien schwerer ist ihre Kinder bei der Schulausbildung zu unterstützen.

Nicht nur Nachhilfeunterricht ist eine Ausgabe, die von einer Familie im Laufe einer Schulausbildung als Kostenfaktor berücksichtigt werden muss. Auch Kosten für Arbeitsmaterialien, Bücher, Ausflüge und mehrtätige Schulfahrten sind Faktoren, die die einkommenschwächeren Familien schwerer aufbringen können als einkommenstärkere Familien. 
   Aus meiner vieljährigen Vermittlungserfahrung und Tausenden von Telefonaten mit Schülern und Eltern ist ganz eindeutig nicht der Bedarf an Nachhilfe, sondern die finanzielle Möglichkeit, diese zu bezahlen das auschlaggebende Kriterium für das Interesse an Nachhilfe im Allgmeinen oder an einem bestimmten Lehrer. Ein/e Nachhilfelehrer/in, so qualifiziert sie/er sein mag, ist nicht von Interesse, wenn er nicht bezahlt werden kann.
   Ich selbst brauchte in meiner Schulzeit etliche Male Nachhilfe. Es war aber damals als Kind einer 7-köpfigen Arbeiter-Familie nicht möglich, dafür Geld aufzubringen. Ich erinnere mich gut an eine Situation, in der ich einen einfachen Bleistift brauchte, und dafür über einige Tage hinweg einfach kein Geld da war. Ich ging zur Schule und lieh mir einen Stift von einem Schulfreund, vorgebend, daß ich meinen Stift vergessen hätte. Das war keine Ausnahmesituation. Allerdings wurde mir viel geholfen. Die Lehrer, einige Eltern und auch Schulfreunde hatten Verständnis für die Situation und gaben mir kostenlos Nachhilfe, auch ein Sohn eines Nachbarn, den ich vorher nicht kannte. Einfach so. Einfach und banal aus Nächstenliebe. Zu Weihnachten schenkte mein Vater dem Nachhilfelehrer eine symbolische Kleinigkeit,... für mich das größte Geschenk in diesem Zusammenhang, dass jemand daran glaubte, dass ich mich verbessern könnte, was später auch eintrat.

Nachhilfe ist wahrscheinlich neben Studienreisen oder Auslandsaufenthalten der kostenintensivste Faktor auf der Liste der Bildungsausgaben für Familien und Studenten.

Dass freie Bildung das Tor für einkommensschwächere Familien weit öffnet ist sicher, dass aber das noch lange keine Gleichheit bedeutet, wissen vor allem die, die trotz "kostenloser Bildung" letztlich aus finanziellem Druck den leichteren Bildungsweg wählen mussten. 

Zuletzt sind die im Schatten des finanziellen Drucks entstehenden indirekten Wirkungen von finanziellem Druck zumindest genauso groß wie die direkten Wirkungen. Familien, die finanziell ums Überleben kämpfen, haben eine höhere Anfälligkeit für das Entstehen von Frustration und Gewalt, die sich natürlich stark auf die seelische und damit kognitive Verfassung, Lernbereitschaft und Lernfähigkeit von Schülern und Studierenden auswirken. Ich behaupte keinen absoluten Determinismus durch ökonomischen Zwang, aber einen starken Einfluss. Eine Familie, die mit ihren Kindern reisen und sie ins Theater mitnehmen können, die sich besser ernähren und Alltagsgegenstände nutzen, die bessere Qualität (= Ausdruck von Intelligenz) nutzen, ist gegenüber Familien, die ums Überleben kämpfen, im Vorteil. Denn Lernen und Bildung ist nicht nur, was uns die Lehrer in der Schule mitgeben, sondern auch das was wir wiederholt aufnehmen, benutzen und reproduzieren, was wir erfahren, kennenlernen und üben. In Deutschland, Österreich und Schweiz ist das nicht so sichtbar wie in anderen Ländern. 

Einige Zahlen, hier aus Österreich, deuten auf den oben beschriebenen Teilaspekt: die Schulausgaben, die nicht Schulgelder sind.


go Statista.com
12/26/2016 20:19

Nachhilfe als Altersvorsorge

Schützt Bildung vor Altersarmut oder eher vor Altersdemenz?

Bezug: Ein Artikel der Süddeutschen Zeitung, der etwas irreführend Bildung als Schutz vor Altersarmut beschreibt. Soeben habe ich diesen Artikel gesucht und finde ihn leider nicht mehr, evtl./hoffentlich hat jemand den Titel geändert ;) 

Sicherlich zustimmend sagen, dass generell eine gute Ausbildung, Bildung, Weiterbildung und damit auch Nachhilfe eine Verbesserung der Ausgangssituation in Alter bedeuten. Dass Bildung jedoch vor Altersarmut schützt halte ich für übertrieben. 

Ich will dem Autoren nicht unterstellen, dass er er mit dem Titel absichtlich eine Verzerrung einer politischen und sozialen Herausforderung beabsichtigt, vermutlich wollte er im Gegenteil nach einer sachlichen Bestandsaufnahme noch einen alternativen Denkanstoss, einen positiven Impuls setzen. Und das halte ich für eine gute Idee. 

Ich persönlich denke, dass die Altersversorgung eine soziale Frage ist, eine ethische Frage. Es geht primär um Grundbedürfnisse. Die Angst vor der Altersarmut ist eigentlich ein Indiz vor dem Vertrauensverlust in das System. 

Und das System ändert sich, rasant. Daran ändert auch Bildung nichts.

Wenn es nur 100 Arbeitsplätze, aber 200 Lehrer gibt, dann kann sich jeder einzelne Lehrer weiterbilden wie er will und bestenfalls besser konkurrieren. Von einem egoistisch, individualistischen Standpunkt aus kann hier also Vorsorge getroffen werden, aber gesamtgesellschaftlich geht die Rechnung nicht auf.  

Wahrscheinlich hilft lebenslange Weiterbildung eher vor Altersdemenz als vor Altersarmut.
Und das ist schon mal ein Fortschritt.


 


11/06/2016 00:52

Hartz-IV: Recht auf Nachhilfeunterricht

Soziales: Hartz-IV Empfänger haben ein Recht auf Nachhilfeunterricht

Das Sozialgericht Braunschweig hat am 22. Okt. 2013 einem 16-jährigen Schüler Recht gegeben, der an einer Lese- und Rechtschreibschwäche leidet: 

Das Jobcenter wollte nach einem Jahr die Bezahlung des Nachhilfeunterrichts nicht mehr übernehmen. 
Die Richter urteilten, dass es zu einem menschenwürdigen Existenzminimum gehöre den Bedarf auf Lernförderung eines Kindes hinreichend abzudecken. 

Das Jobcenter hatte argumentiert, dass eine dauerhafte Nachhilfeunterstützung nicht notwendig wäre, da die Versetzung nicht gefährdet sei. 

Das Gericht erwiderte, dass nicht nur die Versetzung, sondern auch das Erreichen eines ausreichenden Lernniveaus wesentlich sei. Durch den Nachhilfeunterricht werde das Schulangebot sinnvoll ergänzt.

Ich finde, das macht absolut Sinn, menschlich, weil damit etwas mehr Gleichheit geschaffen wird, und sozial, weil eine gebildetere Gesellschaft menschlicher, erfolgreicher und sicherlich auch ökonomisch erfolgreicher ist. Bildung zahlt sich aus.  

(Nachtrag: Damals wurde Berufung eingelegt, falls jemand weiss, ob das Urteil nochmals revidiert wurde, bitte unter Kontakt Bescheid geben. Danke.) 

go Ein Artikel dazu bei t-online
10/06/2016 07:34

Nur Bahnhof verstehen oder Sprachen lernen

Eine Sprache ist mehr als Grammatik + Wortschatz

Eine Sprache zu lernen ist viel mehr als nur Grammatik und Vokabeln zu pauken.
Es ist vielmehr auch Kultur, Gefühl, Empfindung, Perspektiven und Gewohnheiten, die auch Denkgewohnheiten und Fühlgewohnheiten sind, die wir beim Erlernen einer Sprache mehr oder weniger bewusst mit-lernen. Gerade Redewendungen machen dies deutlich. Und diese stellen eine schöne Möglichkeit dar, Sprachunterricht oder Nachhilfe in Sprachen aufzulockern, oder man könnte sogar sagen: zu vertiefen. 
In den Redewendungen finden wir eindrückliche auch teils zum Schmunzeln anregende Bilder: "Alles in Butter.", "Ein Fass aufmachen.", "Mit Kanonen auf Spatzen schiessen.", "Ich bin mit meinem Latein am Ende", "Pi mal Daumen", etc... Für das Lernen und den Lernerfolg ist das sehr positiv. Denn es wird deutlich: nicht nur das Wort, sondern auch die Zusammenhänge und Gefühle spielen eine Rolle. Redewendungen machen Spass. Und wenn das Gefühl angesprochen wird, gerät der ein oder andere Nachhilfelschüler, der sich schwer begeistern lässt dann doch noch in eine lernbegeisterte Stimmung.

Passender Buchtipp:
"Endlich nicht mehr nur Bahnhof verstehen, sondern wissen wo der Hase im Pfeffer liegt."
Von Norbert Golluch.

go Liste deutscher Redenwendungen, z.B. für den Nachhilfeunterricht
Stichworte:  Sprachen, Redewendungen

10/01/2016 10:32

Nach der Schule Nachhilfe

Hilfe zur Selbsthilfe

Wenn die Hausaufgaben für die Schüler zur Qual werden, weil sie stundenlang davorsitzen und nicht wirklich wissen um was es geht, oder weil Abwesenheit durch Krankheit den Anschluss "gekappt" hat, dann ist es höchste Zeit für ein Gespräch mit den Lehrern. Wer nicht weiß, was in der Schule vor sich geht, kann das nicht lange verbergen, zu dicht gestaffelt sind da die schriftlichen und mündlichen Lern-Kontrollen. Ist es nur ein Fach, in dem man "hängt", lässt sich das vielleicht noch kompensieren, aber wehe es kommt noch ein anderes hinzu, dann steht die Versetzung gleich auf der Kippe. Wenn die Schule für schwächelnde Schüler hier keine Hilfen anbietet, muss man sich selbst aus dem Sumpf ziehen und darüber nachdenken zu einer Nachhilfeschule oder einem privaten Nachhilfelehrer zu gehen.


Hier bekommt man schnell den richtigen Nachhilfe-Lehrer für das Fach, mit dem man die größten Schwierigkeiten hat. Ob Einzel-Unterricht oder lieber in einem Lernkreis, das hängt nicht nur von den persönlichen Befindlichkeiten ab, es ist auch eine Kostenfrage, denn die Preise für Einzelunterricht sind natürlich höher als das Lernen in einer Gruppe. Was man beim Lernkreis nicht unterschätzen darf, ist die soziale Komponente. Wer sich wegen seiner schlechten Noten irgendwie als Außenseiter fühlt, der kann hier sicher etwas gegensteuern, denn er trifft hier auch andere Schüler, die auch nicht weiterwissen. Da ist man mit dem Problem nicht allein und kann sich hier austauschen. Dann schmerzen die Defizite in Mathe oder Englisch erst mal weniger und wenn es dann tatsächlich gelingt, durch die regelmäßige Nachhilfe den Anschluss an den regulären Unterricht zu schaffen, ist das eine große Befriedigung.

(modifizierter + ergänzter Gastbeitrag)


09/14/2016 00:10

Mindestlohn für Nachhilfelehrer/innen

Auch für Nachhilfelehrer/innen gilt der Mindestlohn
Seit 2015 ist der Mindestlohn gesetzlich festgeschrieben, und zwar auch für Nachhilfelehrer und die meisten Praktikanten. Der Mindestlohn beträgt 8,50 Euro/h. Es handelt sich um eine Regelung des Arbeitsrechts. Nachhilfelehrer, die beispielsweise in Nachhilfeinstituten angestellt werden, müssen nun mindestens mit diesem Betrag entlohnt werden.

Dies ist auch ein Zeichen und eine Richtlinie für die Vergütung von Nachhilfeunterricht, der in den Jahren zuvor nicht selten auch unter 8 Euro angepriesen wurde. Leider häufiger auch von den Nachhilfelehrern selbst. Dem haben wir hier immer entgegengeraten. Nachhilfeunterricht hat einen Wert im Sinne einer Investition. Häufig wird der Wert einer abgeschlossenen Prüfung oder eines Schulabschlusses unterschätzt und dann auch unterbezahlt. Gelegentlich ist der Urlaub oder das 2. Auto wichtiger als das Abitur. Häufig erst im persönlichen Gespräch mit den Eltern wird diese Unverhältnismäßigkeit deutlicher und damit aus dem Weg geräumt. Das gleiche natürlich auch für den Vermittlungsaufwand und dem langfristig aus ihm entstehenden Nutzen: ein über die Lebenspanne hinweg betrachteter erheblicher psychologischer und ökonomischer Effekt, der eigentlich unbezahlbar ist.

Der Mindestlohn trägt dem also Rechnung.

P.S. 2017 wird der Mindestlohn laut DGB voraussichtlich steigen, nach Empfehlung der Mindestlohnkommission von 8,50 auf 8,84 Euro.
(Quelle: www.mindestlohn.de)
go mehr Infos zum Mindestlohn bei Wikipedia
Stichworte:  Mindestlohn

09/13/2016 08:27

Spielend lernen - der Homo ludens

Initiative für Spielendes Lernen startet Wettbewerb in Grundschulen
Spielen leicht lernen.
Mengen, Zahlen, Physik, Kreativität, Freude und soziales Miteinander...
Dies sind einige Aspekte des Spielens und des Lernens beim Spielen. Diese alte Erkenntnis machte sich eine Initiative zu Grundlage für einen Wettbewerb und fördert das spielerische Lernen als gesunde Ergänzung zwischen akademischer Sitzlernkultur und Videospielkonsum:
http://spielen-macht-schule.de/
http://spielen-am-nachmittag.de

Im Nachhilfeunterricht habe ich das Spiel häufig als Entspannungsmethode und Konzentrationsaktivierung genutzt. Teils auch um allmählich Sympathie und Vertrauen des Kindes oder des Jugendlichen zu gewinnen. Im Grunde geht die Ära des reinen Faktenlernens zu Ende, nicht aus erziehungspolitischen Beschlüssen heraus, sondern weil der technische Fortschritt und der spielerische Umgang mit Information für die Kinder leicht ist und die Erwachsenen überrollt. Das Spielen in der Natur und mit eher natürlichen oder traditionellen Spielen, auch Brettspielen, etc. ist dabei ein leider kleiner werdender Erfahrungs- und Lernbereich. Insbesondere Videospiele konsumieren Kinder ebenso wie Erwachsene. Aber es sind immer noch Spiele - und irgendwas wird da gelernt,...
In der Nachhilfe lohnt es sich manchmal den Stoff an einem Spiel entlangzuentwickeln. Dann entsteht häufiger das, wie es sein soll: Freude beim Lernen.

Hier noch ein Abklatsch eines viel grösseren Themas als es zunächst scheint:

Friedrich Schiller in seinen Briefen ´Über die ästhetische Erziehung des Menschen´:
„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“
go Spielend Lernen
Stichworte:  Spielen, Spielend lernen

09/08/2016 06:59

Nachhilfelehrer in London und Paris gesucht

Immer wieder gibt es Eltern, die mit ihren Kindern z.B. aus beruflichen Gründen ins Ausland ziehen/müssen und dort für ihre Kinder eine schulische Begleitung wünschen. Zum Glück gibt es auch deutsche Studenten, die ins Ausland gehen und dort einen Nebenjob suchen. Da bietet es sich natürlich an, auch über einen Nebenjob als Nachhilfelehrer/in nachzudenken.
Wir suchen derzeit Nachhilfelehrer in einigen Metropolen Europas, die dort über unsere Plattform kostenlos vermittelt werden wollen. Schon qualifiziert durch ihre Muttersprache Deutsch bestehen hier sicherlich gute Chancen ein stabiles Nebenjobverhältnis aufzubauen.
Manche Studenten, die ins Ausland gehen, denken an diese spezielle Möglichkeit gar nicht, die gar nicht so selten vorkommt wie man es meinen möge. Also, liebe Studenten aus London oder Paris, liebe Auswanderer: einfach jetzt anmelden! ;)

09/01/2016 02:52

Die Fragestellung: Mathe als Textverständnis

Ein Artikel in der Zeit vom 29. Mai 2013 beschäftigt sich mit den Ergebnissen einer Studie,
die zum Vorschein brachte, dass viele (erwachsene!) Deutsche scheinbar nicht ohne Schwierigkeiten Mathe-Aufgaben lösen können.
Aber "... es liegt nicht daran, dass sie zu dumm sind.", sondern dass es an der "Grundeinstellung zu Zahlen und Größen" liegt, eigentlich also um Motivation. Ergebnis der im Artikel erwähnten Forsa-Studie: Die einfachen Aufgaben, bei denen nur gerechnet werden muss, sind von 90% der Probanden gelöst worden. "Sobald aber die Texte länger werden, in die die Aufgaben verpackt sind, sinkt die Zahl der korrekten Antworten rapide. ", das bedeutet, dass es an Textverständnis mangelt. Und das ist nicht primär eine mathematische Herausforderung. Das Lösen einer Matheaufgabe verlangt grundlegende Analysefähigkeiten auf inhaltlicher und sprachlicher Ebene, die letztliche Lösung der Aufgabe, die Rechnung, ist häufig einfach. Wird ein und dasselbe Problem in 3 statt in 2 Sätzen formuliert, so sinkt die Zahl der korrekten Antworten. Das Plädoyer führt aber nicht zu einer Vereinfachung der Aufgabenstellungen, sondern hin zu einer Bezugnahme zwischen Lehrstoff und Wirklichkeit der Schüler. Mit steigender Motivation steigt auch die Fähigkeit, sich auf komplexere Fragestellungen einzulassen.
Und Hoffnung für die mathematischen Fähigkeiten erwachsener Menschen in der Zukunft besteht dann, wenn diese Motivation zusammengeführt wird mit der Konzentration "auf den Erwerb allgemeiner Kompetenzen: mathematisches Argumentieren, Lösungsstrategien finden, einfache Modelle erstellen". Weniger ist mehr.
D. Lepold
Quelle: http://www.zeit.de/2013/23/mathematik-studie
go Die Zeit
02/10/2015 14:37

Deutsch unterrichten

Es lässt sich generalisiert sagen, daß es zwei Herangehensweisen, zwei Richtungen des Lernens gibt, die sich gegenseitig ergänzen und fördern. Die eine Weise ist die der kindlichen Lernweise: imitieren, ausprobieren, spielen, mehr oder weniger vorurteilslos aufnehmen und reproduzieren ohne bereits schon wirklich zu verstehen, was man da anfängt zu beherrschen.
Die zweite grundlegende Herangehensweise ist die analytische, die Regeln findet und Strukturen erkennt und aufgrund dieser reproduziert und handelt.
Im Optimalfall führen beide zusammen, wechseln sich ab und ergänzen sich, einmal mehr der eine einmal mehr der andere Schwerpunkt. Für Charaktere mit analytischem Schwerpunkt kann es hilfreich sein, sich mehr auf die imitierende Lernweise einzulassen. Für weniger starke Analysten kann ein Ausflug in die Strukturen plötzlich erstaunlich viel Lernfortschritt bringen.

Beim Unterrichten von Fremdsprachen ist mir dies viel begegnet: verschiedene Lernschwerpunkte, die die Leute bereits mitbringen. Das Bewusstsein dieser zwei Aspekte des Lernens kann in einigen Situationen, gerade wenn man mal feststeckt sehr hilfreich sein. Der Analyst braucht Geduld und Vertrauen, der Intuist braucht eine Regel, ein Vor-Urteil, und überraschend kommt der Lernfortschritt erheblich weiter.
Stichworte:  Spiel und Struktur

01/09/2015 02:31

Login, Logout

Endlich wieder drin. Einloggen und Ausloggen sind funktionstüchtig. Die Benutzerverwaltung öffnet wieder die Türen. Wenngleich auch die Funktionen leider noch nicht fertig sind, die die Benutzerverwaltung mit Sinn füllen. Wir arbeiten daran.

Jedoch: vermittelt werden können Sie doch, darum kümmern sich unsere Mitarbeiter. :-)

01/20/2012 07:00

















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